Selen ist ein essentielles Spurenelement, das als Cofaktor für Glutathionperoxidasen (GPx) dient – Enzyme, die oxidative Schäden reduzieren. Da psychischer Stress oxidativen Stress erhöht, könnte Selen theoretisch eine schützende Rolle spielen. Die Studienlage ist jedoch uneinheitlich: Beobachtungsstudien zeigen teils niedrige Selenwerte bei Stress und depressiver Verstimmung, aber randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) belegen keinen klaren Nutzen einer Supplementierung bei ausreichender Versorgung. Zudem ist eine Überdosierung toxisch (Selenose). Genetische Varianten wie GPX1 rs1050450 können die Selenverwertung beeinflussen, aber das rechtfertigt keine ungezielte Einnahme. Fazit: Selen ist wichtig für die antioxidative Abwehr, aber als „Anti-Stress-Mittel“ nicht evidenzbasiert. Eine ausgewogene Ernährung (Paranüsse, Fisch, Eier) deckt den Bedarf meist. Bei Verdacht auf Mangel sollte vor Supplementierung ein Bluttest erfolgen.
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