Die Frage, ob MTHFR-Varianten bei Allergien sinnvoll sind, lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht klar verneinen. MTHFR (Methylentetrahydrofolat-Reduktase) ist ein zentrales Enzym im Folsäure- und Homocystein-Stoffwechsel. Die bekannten Varianten rs1801133 (C677T) und rs1801131 (A1298C) beeinflussen die Enzymaktivität und können den Methylierungszyklus modulieren. Ein direkter kausaler Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Nahrungsmittelallergien ist jedoch nicht belegt. Zwar gibt es mechanistische Überlegungen, dass eine gestörte Methylierung die Immunregulation beeinflussen könnte – etwa über Histaminabbau oder IgE-Produktion –, aber die Evidenz aus Humanstudien ist schwach und widersprüchlich. Keine Leitlinie empfiehlt ein MTHFR-Gentesting zur Allergiediagnostik oder -prävention. Consumer-DNA-Tests, die MTHFR als „Allergie-Marker“ bewerben, sind irreführend. Allergien werden primär durch IgE-vermittelte Reaktionen auf Allergene diagnostiziert (Prick-Test, spezifisches IgE). MTHFR-Genotypen haben keinen validierten prädiktiven Wert. Fazit: Für die Allergieabklärung ist MTHFR nicht sinnvoll. Wer dennoch testen möchte, sollte die Ergebnisse nicht als Grundlage für Ernährungsumstellungen oder Supplementierung (z. B. Methylfolat) ohne ärztliche Begleitung nutzen.
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