Es gibt keine belastbare wissenschaftliche Evidenz, die eine direkte Verbindung zwischen dem FADS1-Gen und Müdigkeit belegt. FADS1 kodiert für eine Delta-5-Desaturase, die an der Umwandlung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren beteiligt ist. Varianten in diesem Gen (z. B. rs174546) beeinflussen die endogene Synthese langkettiger mehrfach ungesättigter Fettsäuren, was theoretisch entzündungsregulierende Effekte haben könnte. Chronische Entzündung wird mit Fatigue assoziiert, aber ein kausaler, direkter Zusammenhang zwischen FADS1-Polymorphismen und Müdigkeit ist nicht durch klinische Studien gestützt. Viele Direktvermarkter von Gentests nutzen diese schwache Assoziation, um Produkte zu bewerben – das ist irreführend. Die Evidenzlage ist bestenfalls mechanistisch, nicht human-strong. Ein FADS1-Test allein sagt nichts über Ihren Energiehaushalt oder Müdigkeit aus. Bei anhaltender Erschöpfung sollten andere Ursachen (Eisenmangel, Schilddrüse, Schlafstörungen, psychische Faktoren) ärztlich abgeklärt werden.
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