Bei Müdigkeit werden häufig folgende Blutwerte getestet: Blutbild (Hb, MCV, Leukozyten, Thrombozyten), Eisenstatus (Ferritin, Transferrinsättigung), Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Schilddrüsenwerte (TSH, fT4), Nüchternblutzucker, HbA1c, Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte, Entzündungsmarker (CRP, BSG) sowie ggf. Cortisol (morgens oder Dexamethason-Hemmtest). Die Evidenz für ein routinemäßiges Screening bei unerklärter Müdigkeit ist jedoch begrenzt: Die diagnostische Ausbeute liegt meist unter 5 %, es sei denn, es liegen spezifische Symptome oder Risikofaktoren vor. Besonders der Cortisol-Test wird oft im Rahmen des umstrittenen Konzepts „Nebennierenerschöpfung“ vermarktet, das von der Endokrinologie nicht anerkannt wird. Ein erniedrigter morgendlicher Cortisolspiegel kann auf eine Nebenniereninsuffizienz hinweisen, ist aber selten. Die Bestimmung von Vitamin D und B12 ist sinnvoll bei vegetarischer/veganer Ernährung oder Malabsorption. Ein erweiterter Check (z. B. Testosteron, Mitochondrienmarker) sollte nur bei begründetem Verdacht erfolgen. Wichtig: Müdigkeit ist ein unspezifisches Symptom; eine gründliche Anamnese und ggf. Überweisung an einen Hausarzt oder Internisten sind vor einer Labordiagnostik essenziell. Die hier genannten Werte decken die häufigsten organischen Ursachen ab, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung.
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