Östradiol wird gelegentlich bei Fatigue eingesetzt, insbesondere bei Frauen in den Wechseljahren mit nachgewiesenem Hormonmangel. Die Evidenz ist jedoch gemischt: Während einige Studien eine Verbesserung der Müdigkeit unter Hormonersatztherapie (HRT) zeigen, ist der Effekt meist gering und nicht spezifisch für Fatigue als eigenständiges Symptom. Zudem birgt eine ungezielte Östradiolgabe Risiken wie Thrombose, Schlaganfall und hormonabhängige Tumore. Ohne klare Indikation (z. B. menopausale Symptome, vorzeitige Ovarialinsuffizienz) ist eine Therapie nicht empfohlen. Bei Fatigue sollten primär andere Ursachen (Schlafmangel, Eisenmangel, Schilddrüsenfunktion, psychische Faktoren) abgeklärt werden. Ein DNA-Test auf Hormonrezeptor-Gene (z. B. ESR1) hat keine klinische Relevanz für die Entscheidung. Die vorliegenden Kontextdaten enthalten keine spezifischen Studien zu Östradiol und Fatigue. Daher bleibt die Evidenzlage unklar und erfordert eine individuelle ärztliche Abwägung.
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