Die Rolle von IgG bei Fatigue ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. IgG-Antikörper sind Teil der adaptiven Immunantwort und werden gegen wiederkehrende Antigene gebildet. Bei chronischer Fatigue (z. B. ME/CFS) wurden vereinzelt erhöhte IgG-Spiegel gegen bestimmte Viren (EBV, HHV-6) oder Autoantikörper beschrieben, jedoch fehlen reproduzierbare Biomarker. Kommerzielle IgG-Tests gegen Nahrungsmittel werden oft als Ursache von Müdigkeit beworben, doch die Evidenz dafür ist schwach: IgG gegen Nahrungsmittel zeigt meist nur eine Immunexposition an, keine Unverträglichkeit oder Fatigue. Leitlinien (z. B. AWMF) raten von solchen Tests ab. Einzelfallberichte oder kleine Studien können keine kausale Rolle belegen. Die Fatigue-Forschung ist komplex; Faktoren wie Schlaf, Stress, Entzündung, Mitochondrienfunktion und Hormone sind relevanter. Ein IgG-Befund allein rechtfertigt keine Diät- oder Therapieänderung. Evidenzgrad: unklar. Caveat: Keine klinische Entscheidung auf Basis von IgG-Tests bei Fatigue.
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