IgE-Allergietests messen spezifische Immunglobulin-E-Antikörper gegen einzelne Allergene (z. B. Pollen, Tierhaare, Nahrungsmittel). Sie sind wissenschaftlich gut belegt für die Diagnose von Typ-I-Soforttypallergien (z. B. Heuschnupfen, Anaphylaxie). Marketing-Hype entsteht vor allem, wenn solche Tests als „umfassende Unverträglichkeitschecks“ beworben werden, ohne dass ein Arzt die Ergebnisse im klinischen Kontext interpretiert. Viele Anbieter testen hunderte Allergene, darunter seltene oder fragwürdige, und suggerieren, dass erhöhte IgE-Werte automatisch eine Allergie bedeuten. Tatsächlich können positive IgE-Befunde auch ohne Symptome vorkommen (Sensibilisierung ohne Krankheit). Zudem wird oft mit IgG-Tests für Nahrungsmittelunverträglichkeiten geworben, die keine Allergien nachweisen – das ist reiner Hype. Ein seriöser IgE-Test sollte gezielt nach Anamnese erfolgen, nicht als Screening. Die Evidenz für die Testmethode selbst ist stark, aber die kommerzielle Vermarktung übertreibt häufig die Aussagekraft.
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