Um Marketing-Hype von seriöser Wissenschaft zu unterscheiden, sollte man auf folgende Punkte achten: Übertriebene Versprechungen (z. B. ‚Ihr Gen bestimmt Ihr Stresslevel‘), fehlende Replikation in großen GWAS-Studien, sehr kleine Effektstärken und das Ignorieren von Lebensstilfaktoren. Viele direkte-zu-Verbraucher-DNA-Tests nutzen schwache Assoziationen, die in der Praxis kaum relevant sind. Beispiele aus dem Kontext: COMT-Varianten haben in GWAS keine robuste Wirkung auf Stressresilienz (PMC9356956), und Vorhersagen zu Hautglykation oder Kollagenverlust basieren auf unklarer Evidenz. Auch die Behauptung, ein Gentest könne die Reaktion auf Antidepressiva vorhersagen, ist ohne klinische Validierung irreführend. Solide Wissenschaft zeichnet sich durch reproduzierbare, große Studien, transparente Effektgrößen und klare klinische Handlungsempfehlungen aus. Fehlen diese, handelt es sich meist um Marketing.
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