Östradiol wird oft mit weiblicher Reproduktion assoziiert, hat aber auch bei Männern systemische Effekte. In der Fatigue-Forschung wird ein modulatorischer Einfluss auf Mitochondrienfunktion, Neurotransmitter (Serotonin, Dopamin) und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse diskutiert. Ein Ungleichgewicht – sowohl zu niedrige als auch zu hohe Spiegel – kann mit Erschöpfungszuständen einhergehen. Die Evidenzlage ist jedoch überwiegend mechanistisch und stammt aus Tierstudien oder kleinen Human-Kohorten; klare klinische Leitlinien zur Östradiol-Messung bei Fatigue existieren nicht. Bei Männern ist die Rolle noch weniger gut verstanden, da Testosteron im Vordergrund steht. Ein einzelner Hormontest (z. B. aus einem Heimtest) reicht nicht aus, um Fatigue zu erklären – es braucht eine ärztliche Anamnese inklusive Schilddrüse, Eisenstatus, Schlaf und psychischer Faktoren. Die Aussagekraft von Consumer-Tests ist hier begrenzt.
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