Die Beziehung zwischen freiem Thyroxin (FT4) und Sport ist komplex und nicht eindeutig geklärt. Akute körperliche Belastung kann zu einem transienten Anstieg von FT4 führen, während chronisches Übertraining mit erniedrigten Werten assoziiert sein kann – dies wird als ‚Low-T3-Syndrom‘ oder ‚Exercise-induced hypothyroidism‘ diskutiert. Die Evidenzlage ist jedoch heterogen: Viele Studien sind klein, haben unterschiedliche Trainingsprotokolle und berücksichtigen Faktoren wie Ernährung, Schlaf und Stress nicht ausreichend. Zudem ist FT4 nur ein Teil der Schilddrüsenachse; TSH und T3 sind oft relevanter. Für gesunde Freizeitsportler sind moderate Effekte wahrscheinlich, aber eine klinisch relevante Veränderung tritt selten auf. Bei auffälligen Werten sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen, da eine Fehlinterpretation von Labordaten ohne klinischen Kontext riskant ist. Die personalisierte Nutzung von FT4-Tests zur Trainingssteuerung ist derzeit nicht evidenzbasiert.
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